Freitag, 20. Oktober 2017

Hängengelassen

Ich bin entrüstet!
In Biel wird ein christlicher Bruder in der säkularen Presse angegriffen, teilweise durch Falschdarstellungen verleumdet.
Die Thematik, die bis landesweit (Blick, 20Min) Wellen schlägt, ist ein Erziehungsbuch von Tedd Tripp, das in diesem Jahr neu aufgelegt wurde ("Kinderherzen erziehen") und an dessen Layout der besagte Bruder mitgearbeitet hat. Tripp argumentiert in dem Buch dafür, dass das Evangelium Grundlage der christlichen Erziehung sein sollte - in der gleichen Weise, wie Gott uns durch Offenbarung unserer wahren Motive für unser Handeln erzieht und verändert, soll auch Kindern gezeigt werden, dass sie sich nicht nur äusserlich 'gut verhalten' sollen, sondern die Motive ihres Herzens verstehen und danach streben sollten, aus dem Herzen das Gute zu wollen und zu tun. Wie die Erwachsenen würden sie dadurch lernen, dass sie das aus eigener Kraft gar nicht können, und sich deshalb nach dem Retter Jesus Christus ausstrecken, der unsere Herzen verändert.
In dem Buch wird, im Verhältnis zum Hauptanliegen in relativ geringem Mass, auch das Thema der körperlichen Strafe diskutiert. Tedd Tripp tut das weise, verurteilt Schläge aus Affekt ebenso wie psychische Gewalt, und versucht dennoch, aufzuzeigen, wie massvolle körperliche Strafmassnahmen - von den Eltern in liebender Absicht mit Zurückhaltung und in dem Bewusstsein der eigenen Fehlbarkeit ausgeführt - hilfreich sein können.
Das Buch wird in der Presse auf diesen Teil reduziert und so dargestellt, als wäre es eine Anleitung zur Gewalt in der Erziehung.
Worüber ich entrüstet bin, ist eigentlich nicht so sehr das Vorgehen der Presse. Das sind wir gewöhnt. Die meisten Journalisten sind stets wie Spürhunde auf der Suche nach "Information", die sich verkaufen lässt. Es ist auch verständlich, dass jemand, der das Evangelium nicht verstanden hat, ein solches Buch nicht richtig verstehen und einordnen kann.
Auch dass die KESB, die nach säkular-humanistischen Grundsätzen operiert, kaum eine christliche, d.h. Evangeliums-basierte, Erziehung verstehen kann, ist nachvollziehbar.
Was mich aber wirklich ärgert, ist dass scheinbar sämtliche Vertreter der christlichen Kirchen in der Bieler Umgebung es nicht übers Herz bringen, einem christlichen Bruder, der von den säkularen Meinungsmachern angegriffen wird, beizustehen.
Von Journalisten befragt, offenbaren sie nurmehr ihre Ignoranz oder aber ein willkürlich-individualistisches Verständnis von Bibelauslegung.
Aussagen wie: "Ich kenne das Buch nicht, aber ich distanziere mich von dem Inhalt" sind die Regel.
Ich befürchte, dass diese Leute auch mit der Bibel so umgehen. Darum wird das Evangelium mehr und mehr nicht nur in der säkularen Welt, sondern auch in der psychologisierten Christenheit nicht mehr verstanden und spielt deshalb auch in der Verkündigung der Kirche keine entscheidende Rolle mehr.
Das Salz hat seine Würze verloren.

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