Je länger ich mich mit dem Thema 'Rechtfertigung' befasse, desto mehr scheint es mir, dass wir die Wichtigkeit eines korrekten Verständnisses der biblischen Rechtfertigung kaum zu hoch gewichten können.
Das Verständnis von Rechtfertigung hat Auswirkungen auf jeden Bereich des geistlichen und kirchlichen Lebens.
Einer der wichtigsten Bereiche scheint mir derjenige der Mission zu sein.
Unsere Sicht der Rechtfertigung hat direkte Auswirkungen auf unser Verständnis und unsere Praxis der Mission, der Verkündigung unseres Glaubens an Fernstehende.
Ich bin überzeugt, dass nur wer die biblische Lehre von der Rechtfertigung richtig verstanden hat, auch richtig an Aussenstehende herantritt.
Wer erkennt, dass unsere Rechtfertigung - darunter verstehe ich die richterliche 'Gerechtsprechung' durch Gott und darauf folgende Annahme als Kinder - allein durch die Stellvertetung Jesu Christi (sein gerechtes Leben und sein Sterben an unserer Stelle) geschehen kann, der wird auch in seiner Verkündigung allein auf Christus hinweisen.
Wer die Rechtfertigung anders lehrt (die Varianten sind zahlreich), wird auch auf etwas anderes als Christus hinweisen.
In der Regel sind das dann besondere Methoden oder Wege, bzw. die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kirche oder Denomination.
Eine Kirche oder Denomination, in der die Rechtfertigung nicht gemäss der biblischen Offenbarung (allein durch Christus, allein aus Gnade, allein durch den Glauben) gelehrt und verkündigt wird, die wird ihre Mission so gestalten, dass sie die Menschen, die sie gewinnen will, nicht auf Christus verweist, sondern auf die eigene Kirche.
Sie wird schliesslich in irgendeiner Form - offen oder versteckt - behaupten: dein Heil besteht in der Zugehörigkeit zur (unserer) Kirche.
Mach einmal gedanklich diesen Test: denk an irgendeine Denomination oder Kirche und frag Dich, wie sie den Glauben nach aussen verkündet (oder ob überhaupt).
Verweist sie auf sich selbst, ihr Programm, ihre Lehren, ihre wichtigen Personen, usw. ? - Dann kannst du Gift darauf nehmen, dass sie ein Problem hat mit der biblischen Lehre von der Rechtfertigung.
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Donnerstag, 11. März 2010
Mittwoch, 10. Januar 2007
Wer spricht denn da?
Kürzlich wurde ich an Bileams Esel erinnert. Weil der Prophet den Durchblick in Bezug auf seinen eigentlichen Auftrag vollkommen verloren hatte, wurde er von einer Seite angesprochen, von der er es nie erwartet hätte, von seinem Esel.
Ähnlich scheint es der Kirche gehen zu müssen, dachte ich, als ich in der Weltwoche (Nr. 49/06) unter der Rubrik "Namen", wo normalerweise irgendwelche Kuriositäten prominenter Persönlichkeiten abgehandelt werden, einen Namen las, den ich dort noch nie sah: Jesus. "Was hat diese Zeitung, die jeweils nicht sehr freundlich mit Christlichen Inhalten umgeht, nun wieder über unseren Herrn zu mokieren?" dachte ich. Ich war höchst erstaunt. Folgendes ist da zu lesen:
Die Aktion "Kick off" der freikirchlich zentrierten Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) hat zum Ziel, dass die Fussball-Europameisterschafts-Spiele 2008 auch in den Kirchen auf Grossleinwand zu sehen sind. 500 Gemeinden im Land will sie motivieren, verschiedene Zeitungen berichteten letzte Woche über das Unterfangen, dem einige reformierte Gemeinden bereits stattgegeben haben. Die Kirche dürfe keine Berührungsängste zu solchen Veranstaltungen haben, da auch Jesus den diesseitigen Freuden positiv gegenübergestanden sei, argumentiert ein SEA-Sprecher: "Er hat die Sünder, Zöllner und Huren besucht und war wohl auch einem Glas Wein nicht abgeneigt." Mag sein. Andererseits geben wir zu bedenken, dass Jesus die Kleinviehverkäufer, Taubenzüchter, Geldwechsler samt ihrem Zubehör aus dem Tempel verjagte, den diese mit ihrem weltlichen Tun entwürdigten: "Traget das von hier weg; machet nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhause!" (Johannes-Evangelium, 2,16) (tow)
Was die Kirche nicht mehr zu merken scheint, wird ihr nun von einem weltlichen Blatt mitgeteilt. Die Welt scheint den Unterschied zwischen Profanem und Gottesdienst nocht besser zu kennen als die Kirche.
Es ist ja nicht so, dass man sich nicht ein Fussballspiel anschauen dürfte. Und: Sicher hat Jesus mit Sündern und Huren gegessen. Wenn Er die Nähe von Sündern nicht wollte, dann könnte niemand von den unterdessen "Frommen" mit Ihm Gemeinschaft haben. Die Frage ist vielmehr - das hat der Esel Bileams meiner Meinung nach richtig erkannt - ob wir, nur um vielleicht ein paar Aussenstehende in unsere Kirchen hineinzubringen, tatsächlich profane Veranstaltungen anbieten dürfen.
Ich denke, dass die Antwort ganz klar 'Nein' heisst. Und: was machen wir, wenn die Aussenstehenden dann da sind, und entsprechend unserem Vorgehen denken, unsere Botschaft habe irgendwie etwas mit Fussball oder zumindest mit Unterhaltung zu tun? Und wenn sie dann nach mehr verlangen? Wie bringen wir ihnen in wahrhaft christlicher Gesinnung bei, dass die Unterhaltung nur der Köder war, und dass jetzt der Haken des Evangeliums noch kommen muss? Viele der Kirchen, die nach diesem Muster 'evangelisieren', haben konsequenterweise den 'Haken' weggelassen. Oder sie haben ihn zumindest stark verkleinert oder abgerundet, die scharfen Kanten abgeschliffen.
Der kurze Weltwoche-Artikel zeigt mir, dass die Welt eigentlich noch weiss, was unsere Botschaft wäre, oder was sie zumindest nicht ist. Warum sagen wir sie nicht einfach? Warum versuchen wir nicht, die Welt mit dem zu gewinnen, wofür wir sie gewinnen wollen? Wer Unterhaltung zum Köder für die Evangelisation macht, hat meines Erachtens das Evangelium gar nicht verstanden. Er hält den Köder für attraktiver als das Evangelium. Dabei gibt es gar nichts auf der Welt, das für Sünder attraktiver ist als das Evangelium von Gottes rettender Gnade in Jesus Christus.
Ähnlich scheint es der Kirche gehen zu müssen, dachte ich, als ich in der Weltwoche (Nr. 49/06) unter der Rubrik "Namen", wo normalerweise irgendwelche Kuriositäten prominenter Persönlichkeiten abgehandelt werden, einen Namen las, den ich dort noch nie sah: Jesus. "Was hat diese Zeitung, die jeweils nicht sehr freundlich mit Christlichen Inhalten umgeht, nun wieder über unseren Herrn zu mokieren?" dachte ich. Ich war höchst erstaunt. Folgendes ist da zu lesen:
Die Aktion "Kick off" der freikirchlich zentrierten Schweizerischen Evangelischen Allianz (SEA) hat zum Ziel, dass die Fussball-Europameisterschafts-Spiele 2008 auch in den Kirchen auf Grossleinwand zu sehen sind. 500 Gemeinden im Land will sie motivieren, verschiedene Zeitungen berichteten letzte Woche über das Unterfangen, dem einige reformierte Gemeinden bereits stattgegeben haben. Die Kirche dürfe keine Berührungsängste zu solchen Veranstaltungen haben, da auch Jesus den diesseitigen Freuden positiv gegenübergestanden sei, argumentiert ein SEA-Sprecher: "Er hat die Sünder, Zöllner und Huren besucht und war wohl auch einem Glas Wein nicht abgeneigt." Mag sein. Andererseits geben wir zu bedenken, dass Jesus die Kleinviehverkäufer, Taubenzüchter, Geldwechsler samt ihrem Zubehör aus dem Tempel verjagte, den diese mit ihrem weltlichen Tun entwürdigten: "Traget das von hier weg; machet nicht das Haus meines Vaters zu einem Kaufhause!" (Johannes-Evangelium, 2,16) (tow)
Was die Kirche nicht mehr zu merken scheint, wird ihr nun von einem weltlichen Blatt mitgeteilt. Die Welt scheint den Unterschied zwischen Profanem und Gottesdienst nocht besser zu kennen als die Kirche.
Es ist ja nicht so, dass man sich nicht ein Fussballspiel anschauen dürfte. Und: Sicher hat Jesus mit Sündern und Huren gegessen. Wenn Er die Nähe von Sündern nicht wollte, dann könnte niemand von den unterdessen "Frommen" mit Ihm Gemeinschaft haben. Die Frage ist vielmehr - das hat der Esel Bileams meiner Meinung nach richtig erkannt - ob wir, nur um vielleicht ein paar Aussenstehende in unsere Kirchen hineinzubringen, tatsächlich profane Veranstaltungen anbieten dürfen.
Ich denke, dass die Antwort ganz klar 'Nein' heisst. Und: was machen wir, wenn die Aussenstehenden dann da sind, und entsprechend unserem Vorgehen denken, unsere Botschaft habe irgendwie etwas mit Fussball oder zumindest mit Unterhaltung zu tun? Und wenn sie dann nach mehr verlangen? Wie bringen wir ihnen in wahrhaft christlicher Gesinnung bei, dass die Unterhaltung nur der Köder war, und dass jetzt der Haken des Evangeliums noch kommen muss? Viele der Kirchen, die nach diesem Muster 'evangelisieren', haben konsequenterweise den 'Haken' weggelassen. Oder sie haben ihn zumindest stark verkleinert oder abgerundet, die scharfen Kanten abgeschliffen.
Der kurze Weltwoche-Artikel zeigt mir, dass die Welt eigentlich noch weiss, was unsere Botschaft wäre, oder was sie zumindest nicht ist. Warum sagen wir sie nicht einfach? Warum versuchen wir nicht, die Welt mit dem zu gewinnen, wofür wir sie gewinnen wollen? Wer Unterhaltung zum Köder für die Evangelisation macht, hat meines Erachtens das Evangelium gar nicht verstanden. Er hält den Köder für attraktiver als das Evangelium. Dabei gibt es gar nichts auf der Welt, das für Sünder attraktiver ist als das Evangelium von Gottes rettender Gnade in Jesus Christus.
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