Freitag, 6. März 2009

Das Christliche der Christen

Ich schaute mir eben Clint Eastwoods neuesten Film "Gran Torino" an. Der Film ist unbedingt sehenswert - der aufmerksame Betrachter wird einen (beträchtlichen) Rest an christlicher Ethik ausmachen, auch wenn diese wie üblich im humanistischen Gewand daherkommt.
Ich möchte hier aber keine Filmkritik betreiben.

Mir ist beim anschauen etwas erneut aufgefallen, das immer wieder in solchen Filmen vorkommt: fast immer wenn irgendwie das Thema Christentum oder Kirche eine Rolle mitspielt, z.B. wenn jemand heiratet oder ein Beerdigung vorkommt, oder es sonst einen Berührungspunkt mit dem Christlichen gibt, dann kommt die (römisch-) Katholische Kirche vor. Wenn das Innere eines Kirchengebäudes gezeigt wird, ist es in der Regel eine Römische Kirche.

Das macht mich als Reformierten natürlich etwas eifersüchtig.
Ich habe mich gefragt, warum das so ist. Gerade in Amerika ist ja der Evangelikalismus recht stark vertreten. Auch wäre bei den Evangelikalen sicher die Offenheit da, ein Filmteam in ein Kirchengebäude zu lassen...
Warum zeigen sie aber immer römisch-katholische Gottesdienste oder Handlungen?

Ich habe eigentlich nur eine Erklärung. Für die breite Bevölkerung, die sich die Filme anschaut, ist leichter erkennbar, dass sich hier etwas 'Christliches' abspielt. Im Zeremoniell, im äusseren Gebaren und im Baulichen und Gegenständlichen der römischen Kirche ist das, was landläufig als 'christlich' bekannt ist, deutlicher abgebildet.
Da ist es sinnvoll, wenn man im Film 'das Christliche' ins Spiel bringen will, dass man das dann leicht und schnell erkennbar macht.

Aber ist das denn nur im Film so?
Wäre es nicht auch überhaupt sinnvoll, wenn wir 'das Christliche' ins Spiel bringen wollen, dass wir das dann gleich deutlich erkennbar machen?
Ich denke, JA! Unbedingt!
Ich glaube, es sind fast immer nur die Christen, die 'das Christliche' eher verbergen wollen. Die nicht fromm sein wollen, nicht zu kirchlich erscheinen, sondern wie die Welt um sie herum aussehen und gesehen werden wollen.

Die Welt braucht hier unsere Klarheit.
Die Leute erwarten von uns gar nicht, dass wir nicht als Christen auffallen. Dass 'das Christliche' an uns nicht erkennbar sein soll.
Das ganze Getue um "Kontextualisierung" und "kulturelle Relevanz" geht meines Erachtens in die falsche Richtung. Die der Welt angepassten, eventorientierten 'Gottesdienste' ziehen nur die gelangweilten Christen an, die von ihrem eigenen Kraft-entleerten Christentum nicht mehr vom Hocker gerissen werden.

Aber wenn wir uns schon zu fragen angefangen haben, was denn die Welt von uns möchte, dann wäre es vielleicht gar nicht so dumm, einmal zu erkennen, dass die Welt von uns Christen eigentlich nicht das bekommen will, was sie schon selber hat, sondern eben 'das Christliche' in seiner ureigenen Form.
Wir sollten den Mut haben, wieder ganz unverblümt Kirche zu sein, mit allem was dazugehört. Gottesdienste, in denen das Wort Gottes ausgelegt wird, die Sakramente ausgeteilt werden, wo gebetet wird, Lieder mit biblisch-theologischem Inhalt (anstatt Jesus-is-my-boyfriend-lovesongs) gesungen werden.

Ich bin überzeugt, dass wir keinen Nicht-Christen vor den Kopf stossen, wenn wir ihn nach einem oder mehreren Gesprächen über das Evangelium in einen Gottesdienst einladen, wenn er dann auch einen richtigen Gottesdienst antrifft, in dem 'das Christliche' deutlich erkennbar ist.
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Freitag, 13. Februar 2009

Reformatorisches Erbe?

"Hat der Evangelikalismus sein reformatorisches Erbe verlassen?" dieser Frage war die gestrige IRON SHARPENS IRON-Sendung mit dem Interview mit Kim Riddlebarger gewidmet.

Riddlebarger beantwortet die Frage ohne Umschweife: "Nein, der Evangelikalismus hat kein reformatorisches Erbe verlassen, weil er ein solches Erbe nie hatte."

Das Interview geht dann bald in die Richtung, dass das reformierte mit dem modernen evangelikalen Verständnis von Kirche und Gottesdienst verglichen und diskutiert wird.
Eine Stunde, die du dir gönnen solltest.
Um die Sendung zu hören, klicke hier!
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Mittwoch, 11. Februar 2009

Das alte und das neue Evangelium

Heute begegnete mir ein Vers von Mose:
"Zuflucht ist bei dem alten Gott" (5.Mose 33,27).
Dazu kam mir ein alter Text von James Packer aus dem Jahre 1958 wieder in den Sinn. Es ist erstaunlich, wie Packer dies vor 50 Jahren formulieren konnte, bzw. dass dieses Problem damals schon so aktuell war. Es hat nichts an Aktualität verloren.
Hier ist der Textabschnitt (aus der Einführung zu John Owens "The Death of Death in the Death of Christ"):

Wir haben das biblische Evangelium aus dem Blick verloren. Ohne es zu merken, haben wir während des letzten Jahrhunderts dieses Evangelium für ein Ersatzprodukt eingetauscht, das, wenn es auch in Einzelheiten sehr ähnlich aussieht, dennoch in seiner Gesamtheit etwas völlig anderes ist.

Daher stammen unsere Probleme; denn das Ersatzprodukt ist untauglich hinsichtlich der Ziele, für die sich das echte Evangelium in vergangenen Zeiten als so mächtig erwiesen hat. Das neue Evangelium versäumt es auf bemerkenswerte Weise, tiefe Ehrfurcht und Reue, echte Demut, einen Geist der Anbetung und herzliche Anteilnahme am Wohl der Gemeinde hervorzubringen. Und warum?


Ich behaupte, die Ursache hierfür liegt in seinem eigentlichen Wesen und Inhalt. Es kann die Menschen nicht dazu bringen, dass sie Gott im Mittelpunkt ihres Denkens und die Furcht Gottes in ihren Herzen haben. Das ist auch gar nicht sein eigentliches Anliegen. Man kann sagen, es unterscheidet sich von dem alten Evangelium dadurch, dass es ausschließlich darum bemüht ist, dem Menschen "dienlich" zu sein -- ihm Frieden, Trost, Freude und Erfüllung zu bringen -- und zu wenig daran interessiert ist, Gott zu verherrlichen. Das alte Evangelium war auch dem Menschen "dienlich" -- ja, mehr noch als das neue --, doch sozusagen eher beiläufig, denn sein primäres Anliegen war es, Gott Ehre zu bringen.

Es war immer und wesentlich eine Verkündigung göttlicher Souveränität -- in der Barmherzigkeit und im Gericht; ein Aufruf, sich zu beugen und den mächtigen Herrn anzubeten, von dem der Mensch in allen Dingen abhängig ist, sei es in der natürlichen Versorgung oder in der Gnade. Sein eindeutiger Bezugspunkt war Gott. Aber in dem neuen Evangelium ist der Bezugspunkt der Mensch. Das alte Evangelium war auf eine Weise religiös, wie es das neue Evangelium nicht ist.


Während es das Hauptziel des alten war, die Menschen Gottes Wege zu lehren, so scheint das Anliegen des neuen darauf beschränkt zu sein, ihr Wohlbefinden zu fördern. Das Thema des alten Evangeliums waren Gott und seine Wege mit den Menschen; das Thema des neuen sind der Mensch und die Hilfe, die Gott ihm gibt. Das ist ein großer Unterschied. Ausblick und Schwerpunkt der Evangeliumspredigt haben sich grundlegend gewandelt.
Aus dieser Wandlung in der Zielsetzung ist eine Wandlung im Inhalt erwachsen, denn das neue Evangelium hat die biblische Botschaft effektiv im vermeintlichen Interesse der "Dienlichkeit" umformuliert.


Samstag, 7. Februar 2009

Frau am Steuer

Dies ist zwar ein Blog ohne Anspruch auf politische Korrektheit.
Dennoch: um nach der Veröffentlichung dieses Clips nicht als Sexist verschrien zu werden, will ich doch erwähnen, dass die meisten Frauen, die ich kenne, besser mit dem Auto umgehen können, als die Folgenden hier:



...und ich will auch noch erwähnen, dass Frauen nicht deshalb keine leitenden Ämter oder Funktionen in der Gemeinde übernehmen sollen, weil sie etwa dumm wären oder das nicht könnten (manchmal vielleicht sogar besser als manche Männer), sondern weil es Gott in seiner Weisheit nicht so vorgesehen hat und es darum in seinem Wort ausdrücklich verbietet.
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Mittwoch, 4. Februar 2009

Kirche ohne Kinder?

Durch die Beschäftigung mit dem Thema Kirche in den Bekenntnissen bin ich herausgefordert, das Verständnis der Kirche in den verschiedenen Bekenntnissen zu vergleichen.
Bei einem Vergleich der beiden grossen reformierten Bekenntnissen, dem Westminster Bekenntnis (1647) und dem 2. Londoner Bekenntnis (Baptisitisches Bekenntnis) von 1689 machte ich eine Entdeckung, die mir - obwohl mir dies vorher faktisch schon bekannt war - zu denken gab.

Die Autoren des 1689er Bekenntnisses haben im Grossen und Ganzen das Westminster Bekenntnis übernommen und lediglich einige Passagen geändert, die sich mit ihrem Taufverständnis nicht deckten.
Dabei ist nun etwas passiert, worüber man wirklich eingehender nachdenken sollte. Die Baptisten haben offensichtlich festgestellt, dass man nicht einfach die Stelle mit der Kindertaufe im Westminster Bekenntnis herausnehmen oder abändern kann und dann ein Baptistisches Bekenntnis hat. Man muss dann auch über die Bedeutung des Bundes nachdenken - was sie getanund deshalb auch das Kapitel über den Bund abgeändert haben - was wiederum dazu führt, dass man sich erklären muss, wie man die Kirche versteht.

Auch hier haben sie dann kräftig umgestellt. Das Resultat ist nicht eigentlich falsch. Die Theologen, die das Westminster Bekenntnis verfasst haben und diejenigen, die es bekennen, würden den Aussagen grundsätzlich auch zustimmen können.
Nur - etwas ganz Entscheidendes ist meines Erachtens fatal herausgekommen: In der Kirche nach dem baptistischen Verständnis fehlen die Kinder!

Die Verfasser beider Bekenntnisse sehen die sichtbare Kirche als die Versammlung derer, die Christus bekennen und ihn anbeten. Aber im Westminster Bekenntnis heisst es "und ihre Kinder" und im Baptistischen: "ohne ihre Kinder". Das steht nicht ausdrücklich so da, sondern die Kinder fehlen einfach.
Viele Baptisten, vielleicht die meisten, würden das nicht ausdrücklich sagen: "meine Kinder gehören nicht zu meiner Gemeinde" - aber implizit sagen sie das.

Zum Glück handeln die meisten Baptisten ebenso inkonsequent. Sie behandeln ihre Kinder nicht als Heiden. Sie behandeln sie ebenso als Mitglieder der sichtbaren Kirche. Aber weil sie dem nicht mit dem Siegel des Neuen Bundes, der Taufe, Ausdruck geben wollen, können sie in ihrem Bekenntnis die Kinder nicht mit in die Kirche einschliessen.

Meine Kinder sind keine Heiden. Ich habe sie von Anfang an im Glauben erzogen und sie angehalten, mit uns Gott anzubeten. Sogar als (damals noch) bekennender Baptist. Darin war ich inkonsequent - mein Bekenntnis und meine Praxis widersprachen sich. Zum Glück!

Samstag, 10. Januar 2009

Die Wirtschaftskrise und das Reich Gottes

Hast du dir schon überlegt, aufgrund der Wirtschaftskrise, die dich in einem gewissen Mass vielleicht auch betreffen kann, bei den Gaben für die Mission/das Reich Gottes ein wenig zurück zu gehen?

Tu es nicht!
Warum?
Es schadet allen Beteiligten.

Viele Missionare erleiden so schon verluste, weil ihre Unterstützung zum Teil aus Ländern kommt, deren Währung absackt.
Somit brauchen diese Missionare also mehr Beiträge anstatt weniger (ein Missionar aus Japan erzählt, dass er allein durch den Währungssturz 7500 Euro verliert - also mehr braucht).

Magst du die Verantwortung auf dich nehmen, dass manche missionarische Dienste ungenügend oder gar nicht mehr getan werden können, weil du und andere ihnen einen Teil der Gaben entziehen?

Willst du auf den Segen verzichten, der denen verheissen ist, die treu für das Reich Gottes geben?

Malachi 3:10-11
Bringt den ganzen Zehnten in das Vorratshaus, damit Nahrung in meinem Haus ist! Und prüft mich doch darin, spricht der HERR der Heerscharen, ob ich euch nicht die Fenster des Himmels öffnen und euch Segen ausgießen werde bis zum Übermaß! Und ich werde um euretwillen den Fresser bedrohen, damit er euch die Frucht des Erdbodens nicht verdirbt und damit euch der Weinstock auf dem Feld nicht fruchtleer bleibt, spricht der HERR der Heerscharen.

Gott verspricht hier: Dein Einkommen wird nicht darunter leiden, wenn du einen Teil davon dem Herrn gibst. Das Gegenteil ist der Fall!

Vielleicht überlegst du dir, gerade jetzt mehr zu geben. Gerade jetzt, wo aus menschlich-logischer Sicht die Sicherheiten am abbröckeln sind.
Jetzt wäre doch eine gute Zeit, auf den Herrn und seine Versprechen zu vertrauen.
Vielleicht hat er gerade aus diesem Grund dem Gott Mammon und seinen Anbetern den Boden unter den Füssen weggezogen...

Jetzt wo die irdischen Banken an Vertrauenswürdigkeit eingebüsst haben, wäre es ein Versuch wert, mehr auf die himmlische Bank zu vertrauen (vgl Lk 16,1-13)
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Freitag, 9. Januar 2009

Mosab Hassan Yousef wurde Christ

Fox News bringt eine ausführliche Dokumentation über den ehemaligen Leiter einer radikal-islamischen Jugendbewegung, die er als Zweig der Hamas anführte.
Mosab wurde Christ wurde und floh von der Westbank nach Californien.
Die Dokumentation mit Interview ist sehenswert: